Nachhaltig gegen die Produktion von Billigfleisch

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Rinder in Freilandhaltung

Ein Modell (Kartell) für das #Tierwohl

Zum Leidwesen vieler europäischer Billigfleischproduzenten, die die unsäglichen Zustände in der Massentierhaltung zu verantworten haben, ist der Schweizer Fleischmarkt für sie nahezu tabu. Dieser Markt mit etwa 8,5 Mio. Einwohnern wird durch die Genossenschaft Proviande, einem mächtigen Zentralausschuss, geschützt.

In diesem Ausschuss sitzen Vertreter*innen der Konsumenten, die Geschäftsführer der Schlachtführung der großen Handelsketten MIGROS und Coop, Vertreter des Bauernverbandes und Delegierte der Händler. Es ist ein offenes Geheimnis, dass es ein vorrangiges Ziel ist auf dem Schweizer Fleischmarkt Geld zu verdienen, die eigene Produktion aktiv und durch eine hohe Zollmauer vor der ausländischen Billigkonkurrenz zu schützen.

Deshalb trifft man sich regelmäßig alle vier Wochen bei der Genossenschaft Proviande, um die Marktlage und Preise zu besprechen. Die Tochterfirmen der Handelsriesen MIGROS und Coop erörtern zusammen mit anderen Metzgern und Bauernorganisation, was der Fleischmarkt aktuell benötigt. Per Gesetz ist es ihnen möglich das Angebot und die Nachfrage zu beeinflussen. Fachleute nennen sowas Marktentlastung. Also wenn durch zu viel Produktion ein Preiszerfall droht, darf Proviande zum Beispiel als Gegenmaßnahme Kalbfleisch einlagern. Ergo das Angebot künstlich verknappen, bevor ein hochwertiges Produkt zur Ramschware verkommt; und das sogar auf Kosten der Steuerzahler.

Proviande kann auch beim Bundesamt für Landwirtschaft beantragen, dass vorübergehend keine Edelstücke mehr zu tiefen Zöllen in die Schweiz importiert werden dürfen. Das klappt meistens problemlos und in den Jahren 2016 bis 2018 hat das Bundesamt für Landwirtschaft nur einen einzigen Antrag von Proviande abgelehnt.

Im Wesentlichen bestimmen also die Schweizer selbst, wieviel Konkurrenz sie aus dem Ausland zulassen wollen.
Erfolgreiche Planwirtschaft

Die Vorteile dieses gesteuerten Marktes liegen auf der Hand. Er garantiert Bauern einigermaßen stabile Preise, weil der Wert eines geschlachteten Tieres nicht ins Bodenlose fallen kann. Tierschützer und Ernährungsexperten wird’s auch freuen, denn seit 2010 ging der Pro-Kopf-Verbrauch an Fleisch in der Schweiz um etwa 7% zurück.
Quelle: https://de.statista.com/themen/2811/fleisch-in-der-schweiz/

Auch für den Umweltschutz wirkt sich der Rückgang des Pro-Kopf-Verbrauches positiv aus, denn es werden weniger andere Ressourcen wie Futter und Wasser für die Aufzucht der Tiere verwendet. Laut der Tierschutzorganisation PETA werden allein etwa 30% des jährlich weltweiten Wasserverbrauches für die Tierhaltung verwendet. Für die Herstellung eines Kilos Rindfleisch liegt der Verbrauch bei sagenhaften 15.000 Liter Wasser.

Die Konsumenten bezahlen dafür allerdings einen hohen Preis. Schweizer Fleisch ist im Schnitt 85% teurer als in Deutschland, bei Filetstücken vom Rindsbraten sind es sogar bis zu 191%, errechnete das Bundesamt für Landwirtschaft.

Ein dreimal höherer Preis ist aus Konsumentensicht ziemlich gesalzen, selbst wenn man berücksichtigt, dass die Tierschutz-Vorschriften der Schweiz strenger sind als in Deutschland, was die Produktion verteuert. Doch bemessen an den hohen Einkommen ( Ø 6.300,- EUR/Monat) und der hohen Kaufkraft der Schweizer*Innen relativiert sich der „hohe“ Kaufpreis schnell wieder.
Quelle: https://www.laenderdaten.info/lebenshaltungskosten.php

Was war zuerst da, dass Huhn oder das Ei?

Auch wird man sich mit diesem Wissen als Konsument*In bewusst, wie leicht es ist dem Handel die Verantwortung wieder zurück zu übertragen, da der Handel schon seit vielen Jahren propagiert: „Der Verbraucher will es so, er will niedrige Preise!“.

Nein, wir „Verbraucher“ (ein Unwort des Jahrzehnts) wollen es garantiert nicht so. Menschen sind einfach nur schwach, sind leicht zu verführen und können eben schlecht „Nein“ zu einem vermeintlichen Schnäppchen sagen. So funktioniert eben unser Gehirn; und das weiß der Handel geschickt auszunutzen.
Nicht ohne Grund gibt es ganze Heerscharen von Beratern in der Verkaufspsychologie, die sich als Teildisziplin der Marktpsychologie versteht und uns permanent das Geld aus der Tasche zieht; mit großem Erfolg.

Alles eine Frage der Haltung

Im Fazit kann man sagen, dass ein politischer Entscheid des Schweizer Parlaments dieses Modell schuf und dadurch nicht nur die Bauern von fairen Preisen profitieren. Faire Preise schützen Kunden vor Manipulation und unterstützen zweifelsfrei das Tierwohl.
Solange es wenig bis keine Ethik in der Haltung von Nutztieren gibt, wird so ein Schutzmodell wohl innerhalb der EU nur schwer umzusetzen sein. Leider.


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